Life in Paradise

Life in Paradise

Illegale in der Nachbarschaft

√Ėsterreichpremiere!
Roman Vital
SW, 2013, 78 min
Sprache
Deutsche OF
Co-präsentiert von
AMSEL, JUKUS, Megaphon, √ĖH der KF-Uni Graz
Filmgespräch mit
Mariam Mamian Diakite & Dieter Behr (afrique-europe-interact)
Donnerstag 29.5. - 20:30

Wir leben in einer globalisierten Welt. Güter, Dienstleistungen und Kapital bewegen sich weitgehend ungehindert durch nationale Grenzen und Restriktionen rund um den Erdball. Die Welt ist dabei vereint im wirtschaftlichen Austausch. Doch für Menschen gilt das nicht.

Die Bewegungsfreiheit des größten Teils der Weltbevölkerung ist eingeschränkt durch Grenzen und Gesetze. Am liebsten wäre es den Privilegierten, wenn die Armen einfach zu Hause bleiben würden. Doch Millionen sind unterwegs, getrieben von der Hoffnung auf ein besseres Leben. Sie sind auf der Suche nach einer neuen Existenz, einer neuen Heimat. So ist die Welt geteilt in Heimathabende und Heimatlose. Es wird allerhand unternommen, um die Heimatlosen davon abzuhalten zu uns zu kommen. Dazu gehören physische Schranken, wie die Stahlzäune in Arizona oder rechtliche Hindernisse, wie die Migrations- und Asylgesetzte Europas. Trotzdem versuchen Menschen ins „Gelobte Land“ zu gelangen, dahin, wo wir wohnen.

An der europäischen Mittelmeerküste landen abertausende Bootsflüchtlinge. Rund 20.000 Menschen stellen jedes Jahr an der Schweizer Grenze ein Asylgesuch. Die aller meisten Gesuche werden nach geltendem Gesetz abgelehnt. Die Menschen müssen unser Land wieder verlassen. Tun sie das nicht freiwillig, werden sie früher oder später ausgeschafft. Bis dahin werden sie zu Menschen, die auf unbestimmte Zeit in unserer Nachbarschaft leben.

In Valzeina, einem idyllischen Bergdorf, steht das Ausreisezentrum „Flüeli“. Früher war es ein Ferienheim für Kinder, heute wird es gegen den Willen der Einheimischen von abgewiesenen Asylsuchenden bewohnt. Jeder Vierte im Dorf ist nun ein „Illegaler Ausländer“.

Life in Paradise zeigt wie die Schweizer Aslylpolitik in der Praxis funktioniert, wie wir mit Asylsuchenden in unserer Nachbarschaft umgehen, wie unser Leben sich dadurch verändert und was es bedeutet, als Abgewiesener isoliert in unserer Heimat zu leben. Der Film erzählt aus dem Mikrokosmos eines kleinen Dorfes inmitten der Schweizer Alpen vom globalen Thema des Zusammentreffens von uns Privilegierten der westlichen Welt mit illegalisierten Migrant*innen.